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„Kultur nach Corona“: Kunstministerium setzt neues Impulsprogramm aufs Gleis

Pressemitteilung aus dem Kultusministerium vom 22. September 2021.

Kunstministerin Theresia Bauer: „Wir wollen nicht nur akute Not-
hilfe leisten, sondern Kultureinrichtungen, Vereine und Akteure
auch für die Zukunft stärken“

18,5 Millionen Euro für Kultureinrichtungen, Kulturschaffende,
Vereine und Verbände / Bewerbungen ab 27. September möglich


„Gestärkt aus der Krise hervorzugehen – das ist unser Ziel. Wir unterstützen die
Kultur- und Kreativszene im Land deshalb dabei, die vielen guten Ansätze, die in
der Corona-Pandemie entstanden und erprobt sind, nun nachhaltig und profes-
sionell weiterzuentwickeln und sie auf eine stabile Basis zu stellen“, sagte
Kunstministerin Theresia Bauer am Mittwoch (22. September) in Stuttgart. Mit
dem mit 18,5 Millionen Euro dotierten Impulsprogramm „Kultur nach Corona“
setzt das Kunstministerium zugleich einen ersten großen Arbeitsauftrag aus dem
Koalitionsvertrag um. Das Programm richtet sich an Kultureinrichtungen,
Kulturschaffende, Musikerinnen und Musiker, Vereine und Verbände im Land.

„Mit unserem neuen Impulsprogramm ‚Kultur nach Corona‘ leisten wir nicht nur
akute Nothilfe oder ermöglichen Kulturerleben unter Corona-Bedingungen wie
beim Vorgänger-Programm, dem ‚Masterplan Kultur BW‘. Wir gehen hier einen
Schritt weiter und nehmen eine weitreichende Perspektive ein“, so die Ministerin.

Zielgerichtet: Impulsprogramm „Kultur nach Corona“ in sechs Bausteinen
„Mit dem sechsteiligen Maßnahmenpaket richtet sich das Land zielgerichtet an
die Kulturszene und Einrichtungen in Baden-Württemberg. Ich bin überzeugt,
dass wir hier die richtigen Impulse für die Kultur setzen – wir haben unser
Programm an den Bedürfnissen der Kulturschaffenden und -einrichtungen
ausgerichtet“, erklärte Kunststaatssekretärin Petra Olschowski.

Stipendienprogramm und „Kunst trotz Abstand“ gehen in die Verlängerung
Das Ministerium führt das erfolgreiche Programm „Kunst trotz Abstand“ weiter.
Bereits 354 Projekte konnten seit Juni 2020 landesweit mit rund 9 Millionen Euro
gefördert werden. „Dem Kulturerleben kommt gerade in Zeiten der Pandemie
eine besondere Bedeutung zu. Ich freue mich daher, dass wir in den
vergangenen Monaten so viele großartige Projekte im ganzen Land unterstützen
konnten“, so Olschowski. Nun gehe es darum, den Blick in die Zukunft zu richten
– auch was das Publikum angeht, also die bisherigen Publikumsgruppen wieder
zu erreichen, aber auch neue Zielgruppen zu gewinnen. „Deshalb fördern wir
besonders Kooperationen mit anderen Bereichen außerhalb der Kultur“,
erläuterte die Staatssekretärin. Neu sei auch, dass Vorhaben gefördert werden,
die bereits begonnen und Corona-bedingt abgebrochen werden mussten. „Diese
wesentliche Weiterentwicklung des Programms hat sich aus den bisherigen Er-
fahrungen und aktuellen Rückmeldungen ergeben“, sagte Olschowski.

Auch das Corona-Stipendienprogramm für freischaffende, professionell tätige
Künstlerinnen und Künstler der freien Kunst wird nach der hohen Resonanz der
ersten Ausschreibung neu aufgelegt – gefördert wurden in der ersten Runde
1.930 freischaffende Künstlerinnen und Künstler aller Sparten und aller
Altersgruppen wie auch junge Absolventinnen und Absolventen der Kunst- und
Musikhochschulen sowie der Akademien. „Mit dem Stipendienprogramm setzen
wir als Land in einer Phase, in der das kulturelle Leben wieder in Schwung
kommt, ein Signal für die Wertschätzung der Künstlerinnen und Künstler und ih-
rer Leistungen. Wir unterstützen damit die künstlerische Praxis – insbesondere in
der freien Kulturszene – während der immer noch angespannten Arbeitssitua-
tion“, sagte die Staatssekretärin.

Kinder und Jugendliche im Blick – „Junge Perspektiven“
Bei der Programmgestaltung sollen künftig verstärkt die Interessen und Themen
junger Menschen berücksichtigt werden – dazu trägt der neue Programm-
Baustein „Junge Perspektiven“ bei. „Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
haben besonders unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie gelitten.

Deshalb wollen wir sie mit ihren Bedürfnissen und Interessen stärker in den
Fokus nehmen“, sagte Olschowski. Gefördert würden daher analoge Angebote
von professionellen Kultureinrichtungen, Ensembles und Festivals für Kinder, Ju-
gendliche und junge Erwachsene, die auch auf Partizipation ausgerichtet sind.

Live-Musik an ungewöhnlichen Orten – „Perspektive Pop“
Die Live-Musikszene durch neue künstlerische Impulse weiterzuentwickeln, Ak-
teure und Spielorte zu stärken sowie neue Locations zu erschließen, das ist das
Ziel des Programms „Perspektive Pop“. „Mit diesem Baustein wollen wir dem Be-
dürfnis vieler Menschen nachkommen, die die Live-Musik und Pop-Konzerte ver-
misst haben. Wir haben aber auch die Musikerinnen, Musiker und Veranstalter im
Blick. In den vergangenen Monaten sind viele originelle und ausgefallene Auf-
trittsformate und -orte entstanden. Diese guten Ideen wollen wir festhalten und
unterstützen“, so Staatssekretärin Olschowski. Neben der Nutzung außerge-
wöhnlicher Spielorte, wie leerstehender Fabrikhallen, Lofts oder auch Geschäfte,
werde auch die Öffnung von Kultureinrichtungen – Theatern, Museen oder Kinos
– für Live-Musik gefördert. „Perspektive Pop“ richtet sich an alle Genres der Po-
pulären Musik, an genreübergreifende Projekte, Singer und Songwriter, die Off-
und Subkultur-Szene, Newcomer sowie an etablierte Musikerinnen und Musiker.

In dieser Legislaturperiode wird das Ministerium den ersten partizipativen „Dialog
Populäre Kultur“ starten. Die Kulturpolitik der Zukunft soll sich stärker der Populä-
ren Kultur öffnen, über die weite Publikumsteile, Künstlerinnen und Künstler kul-
turelle Erfahrungen machen, so die Vereinbarung im Koalitionsvertrag.

Auf Bedarf eingehen und reagieren: Investitionsprogramme
Mit einem Investitionsprogramm reagiert das Kunstministerium auf die besonde-
ren Bedürfnisse der Verbände und Vereine der Amateurmusik und des Amateur-
theaters. „Auch hier wollen wir gute Ansätze verstetigen und insbesondere dabei
unterstützen, einen sicheren Probe- und Spielbetrieb zu schaffen“, sagte Ol-
schowski. Mit dem Investitionsprogramm für die Vereine könnten etwa geeignete
Spiel- und Proberäume angemietet, Luftfilter angeschafft wie auch die Infrastruk-
tur von Spielstätten aufgerüstet werden, beispielsweise die technische Ausstat-
tung für Open-Air-Konzerte. Gefördert würden bei Verbänden zudem Aktionen
zur Mitgliedergewinnung und der Ausbau von Beratungsangeboten.


Kulturwelt digital – Investitionsprogramm „Zukunftsstark“
Über das Investitionsprogramm „Zukunftsstark“ sollen Privattheater, Musiken-
sembles, Soziokulturelle Zentren, Festivals und Kunstvereine auch die durch die
Corona-Pandemie angestoßenen Digitalisierungsansätze verstetigen und beste-
hende Strukturen weiterentwickeln. „Corona hat uns als Gesellschaft in allen Be-
reichen dazu gezwungen, in kurzer Zeit einen Riesenschritt voranzugehen in Sa-
chen Digitalisierung. Auch in der Kultur sind dabei viele herausragende Angebote
entstanden, mit denen es gelungen ist, auch neue Zielgruppen anzusprechen.
Diese neuen Ansätze wollen wir unbedingt erhalten und festigen“, sagte Staats-
sekretärin Olschowski. Über das Programm können Orchester beispielsweise di-
gitale Strategien zur Weiterentwicklung ihres Programms sowie zur Ansprache
neuer Zielgruppen entwickeln oder Filmfestivals ihr analoges Angebot durch On-
line-Plattformen ergänzen. Gefördert werden aber auch die Verbesserung der Inf-
rastruktur für Open Air-Veranstaltungen in soziokulturellen Zentren oder
Jazzclubs. Ebenfalls gefördert werden Verbesserungen der Infrastruktur für Open
Air-Veranstaltungen und kleinere Modernsierungen.

Die einzelnen Programmbausteine des Impulsprogramms „Kultur nach Corona“
sind ausführlich dargestellt auf der Internetseite des Kunstministeriums.

Informationen zu den Ausschreibungen: https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/service/ausschreibungen/

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