Lassen wir Ministerin Reiche nicht die Energiewende killen!
Ich will keine religiöse Debatte lostreten – aber selten hat das Karma jemanden so schnell und so deutlich abgestraft wie Katherina Reiche, die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie. Nur Tage, nachdem sie Schlagzeilen machte mit ihrem Rückschritt zu fossilen Energieträgern wie Öl und Gas, war Krieg im Nahen Osten. Seither kann man an den Tankstellen oder beim Heizöl-Kauf selbst sehen, was Abhängigkeit von den Fossilen mit sich bringt.
Kanzler Friedrich Merz hat Katherina Reiche aus der freien Wirtschaft ins Ministerium geholt. Das war kein Zufall. Er hat jemanden aus der Lobby der fossilen Energieträger beauftragt, die Nachfolge von Robert Habeck anzutreten und dessen Politik gründlich den Garaus zu machen. Diese Frau hat ganz offensichtlich die Mission, die Energiewende so lange wie möglich hinauszuzögern und zu blockieren, damit man mit fossilen Energien noch Kasse machen kann.
Genau das tut sie jetzt. Den Erneuerbaren hat sie den Kampf angesagt. Stattdessen macht sie uns abhängiger von fossilen Energieträgern. Den Netzausbau, den wir so dringend brauchen für den Ausbau der Erneuerbaren, bremst sie aus. Sie will das Volk verarschen mit Formulierungen, die billigstes Greenwashing sind.
Die Rechnung dafür werden wir alle zahlen. An den Tankstellen, beim Klimawandel. Supergefährlich ist auch, wohin uns die Abhängigkeit von fossilen Energien, von Russland und Golfstaaten, bringen kann: Eines Tages (und die Weltpolitik beschert uns solche Tage) werden uns Energieträger und Produktionskapazitäten für Energie fehlen. Was das im schlimmsten Fall für unsere Zivilisation bedeutet? Bitte selbst ausmalen.
Über die kurzfristigen, kurzsichtigen Profite freut sich derweil die Fossil-Lobby.
Zum Glück ist das Ganze noch nicht beschlossen. Das, was bekannt geworden ist, sind ja Entwürfe. Die liegen jetzt auf dem Tisch. Wir alle können und müssen reagieren, bevor daraus tatsächlich Gesetze werden.
Spannend zu sehen, wer jetzt gegenhält. Harten Gegenwind bekommt Reiche beispielsweise aus der Energiebranche. Kein Wunder: Sollte sie sich durchsetzen, werden viele Projekte, deren Planung bereits läuft, teurer. Oder sterben. Übrigens auch bei uns in Tübingen. Das wäre unfassbar bitter.
Das müssen wir verhindern. Dafür werden wir Grünen in Berlin alles geben.
Wer jetzt sofort selbst was machen will: https://aktion.campact.de/klima/energiewende-gegen-energiekrise/teilnehmen