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Landesgelder gegen Kinderarmut

Tübinger Projekt „Gute Chancen für alle Kinder 2.0“ bekommt knapp 80.000 Euro

STUTTGART / TÜBINGEN. „Uns ist allen klar: Während Corona brauchen Kinder und ihre Familien besonderen Schutz“, sagt der Tübinger Landtagsabgeordnete Daniel Lede Abal von den Grünen. „Gut, dass in der neuen Förder-Runde des baden-württembergischen Sozialministeriums auch dieses wichtige Tübinger Projekt bedacht wurde.“ Insgesamt etwa 625.000 Euro werden an neun Projekte im Land verteilt, die vor Ort gegen Kinderarmut kämpfen.

Das Projekt „Gute Chancen für alle Kinder – mit Familien aktiv gegen Kinderarmut“ in Tübingen gibt es schon seit über sieben Jahren. Die neue Förderung wird das Projekt für zwei Jahre tragen helfen. „Bei uns in Baden-Württemberg sind Kinder und Jugendliche deutlich stärker von Armut betroffen als die Gesamtbevölkerung“, sagt Daniel Lede Abal, „Das sind statistische Zahlen, das klingt abstrakt. Aber die Folgen sind sehr konkret und können sich ein Leben lang auswirken: auf Gesundheit, Wohnung und Wohn-Umfeld, auf Bildungschancen und Lebensperspektiven. Deswegen engagiert sich das Land an dieser Stelle besonders stark.“ Die Förderung von Präventionsnetzwerken gegen Kinderarmut ist ein Aspekt.

Warum diese Hilfe derzeit wichtiger denn je ist, macht Daniel Lede Abal deutlich. „Die Pandemie sorgt an vielen Stellen dafür, dass sich Situationen zuspitzen. Was geschieht derzeit mit Kindern, deren Familienverhältnisse schwierig sind, wo Elternteile nicht da sind, krank sind, in psychischen Ausnahmesituationen sind? Wer hilft Kindern, die unter gefährlichen Bedingungen aufwachsen, die daheim Gewalt oder sexuelle Gewalt erleben? Denn diejenigen, die normalerweise von außerhalb aufmerksam werden könnten, sehen die Kinder viel seltener. Es gibt aber auch viel alltäglichere Themen, bei denen sich die Lage aktuell verschlechtert: Bekommen Kinder ein warmes Mittagessen? Kümmert sich jemand darum, dass die Aufgaben von der Schule ankommen, dass sie gemacht werden, dass es einen Lernfortschritt gibt? Haben sie genug Sozialkontakte für ihre Entwicklung und Entfaltung? Wer sorgt dafür, dass Kinder mal eine Stadtbücherei betreten? Was ist mit dem Bewegungsdrang, wo können Kinder toben? Sport fehlt, kulturelle und musische Angebote fehlen. All das, was für die allermeisten von uns Erwachsenen ganz selbstverständlich war, als wir Kinder waren.“ Für den Grünen-Abgeordneten ist klar: Da braucht es viele Hilfen und viele Helfende. „Wir dürfen alle nicht nachlassen, uns Wege zu überlegen und aktiv etwas dafür zu tun, dass Kinder hier im Land ein besseres Leben haben. Gerade in diesen Monaten.“

 

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