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Wie frisch renoviert

Wir Grünen haben ein neues Grundsatzprogramm. Das haben wir uns am Wochenende gegeben, bei unserer digitalen Bundesdelegiertenkonferenz.

So ein Grundsatzprogramm ist schon etwas Besonderes – weil es die großen Linien für einen langen Zeitraum vorzeichnet. Ich erinnere mich noch gut ans Jahr 2002, als die Grünen im Berliner Tempodrom über das damalige Grundsatzprogramm debattiert und abgestimmt haben. Damals war ich noch ein relativ junges und unerfahrenes Parteimitglied (ich bin 1998 eingetreten). Für mich war es damals eine unglaublich spannende Sache, auch wenn ich nur hier im Kreisverband an den Diskussionen und Veranstaltungen teilgenommen habe – ein intensiver politischer Prozess.

Seither sind wir Grünen fantastisch gewachsen. Bei Umfragen, bei Wahlergebnissen, aber vor allem auch bei den Mitgliedszahlen. Wir sind heute über 100.000 Mitglieder. Zum Vergleich: 1998, als ich eingetreten bin, gab es 51.000 Grüne. Noch 2016 waren wir etwa 61.000. Jetzt also über 100.000: alles Menschen, die sich engagieren für grüne Politik, für Klimaschutz, für Ökologie, ebenso auch für soziale Gerechtigkeit und eine offene Gesellschaft. Gut so!

Ich finde, was wir am Wochenende erreicht haben, war richtig und sehr wichtig. Und vielleicht war es für die in den vergangenen vier Jahren neu eingetretenen Mitglieder ähnlich spannend wie für mich damals. Mit dem, was wir uns jetzt erarbeitet haben, werden wir die grüne Politik der nächsten 15 bis 20 Jahre gestalten. Und so werden auch das Engagement und der politische Einsatz der neuen Mitglieder gewürdigt.

Wie fühlt es sich an? Wie fühlt sich ein neues Grundsatzprogramm an? Es ist wie eine frisch renovierte Wohnung. Alles ist neu und glänzt und strahlt. Und ja, man vermisst auch das ein oder andere. Ich zum Beispiel vermisse die direkte Demokratie auf Bundesebene, die wir dann hoffentlich in unser Wahlprogramm schreiben werden.

Vor allem aber freue ich mich an vielen neuen Dingen. Auch diesmal fand ich es bemerkenswert, was für ein extrem aufwändiger und intensiver aber toller Diskussionsprozess so ein Parteitag ist. Und wie gut es funktioniert hat mit dem Digitalen Parteitag! Eine Veranstaltung, wie wir sie vorher noch nie erlebt haben und hoffentlich so auch nie wieder erleben müssen. Wir können uns derzeit nicht treffen, lebendig und direkt und vor Ort. Wenn wir ehrlich sind, ist das durch nichts zu ersetzen. Aber auch dafür gilt: Wir haben was wirklich Gutes daraus gemacht.

 

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