Mit Olgair nach Südamerika
Sommertour Tag 2, Dienstag 31.7.2012.
Bericht: Nele Schönau (Mitarbeiterin MdL-Büro Tübingen)
Es ist Dienstagmorgen 8.20 Uhr und wir stehen vor dem Küchenzelt auf der Olgahöhe in Mössingen und trinken einen Becher Kaffee. Frau Stiegler steht uns gegenüber und erzählt von den letzten Kinderfreizeiten, dem Motto, dem Tagesablauf…Viele der jugendlichen Helfer frühstücken, letzte Absprachen finden statt, wer ist krank, wer braucht noch welches Material, wer ist heute dran mit Spüldienst? Einige schauen fragend. Ist das der Herr Abgeordnete? Später erfahre ich, den hatten sie sich ganz anders vorgestellt. Im Anzug und mit grauen Haaren. Ich schaue mich auf dem Gelände um. Verlaufen kann man sich nicht. Ein rot-weißes Flatterband markiert die Grenze. Daniel zieht seine Kamera aus der Jackentasche und mach schon mal ein paar Probebilder. Das ist ja heute hier seine Aufgabe. „Politiker fotografieren Kinderfreizeiten“ ist die diesjährige Aktion des Landesjugendrings.
Bereits um 8.40 stehen einige Kinder und Eltern vor dem „Eingang“ und warten auf den Einlass. Daniel gesellt sich dazu und dann wird das Gelände gestürmt. Auf zum morgendlichen Appell und einem kurzen Testflug. Das Motto der Freizeit dieses Jahr ist “In 80 Stunden um die Welt”. Heute geht es nach Südamerika und die OlgAir braucht für den Langstreckenflug noch etwas Treibstoff und vor allem müssen alle kräftig mitflattern und Schub geben. Dann verteilen sich die Kinder in ihre jeweiligen Gruppen und auf dem Gelände.
Fasziniert stelle ich fest, dass eine Gruppe beinahe zwei Stunden immer dasselbe Fangenspiel spielt. Die Kinder haben großen Spaß und die drei jugendlichen Gruppenleiter beweisen echte Ausdauer.
Beim Mittags-Appell sammeln sich wieder alle Gruppen im „Flugzeug“. Die Gruppenlogbücher werden nach guten Taten vom Vormittag durchforstet und dafür jeweils „Olgasin“ in die große Treibstoffröhre gekippt. Endlich ist die Röhre voll und der Flug kann beginnen. Doch halt. Erst müssen die Reisepapiere überprüft werden. Hier darf Daniel eine kleine Rolle spielen. Er ist der Abgesandte des bösen Luftraumimperators, der das Flugzeug kaufen und die Reise verhindern will und nimmt nun jeden Reisepass genau unter die Lupe. Endlich in der Luft gehen die Kinder in ihre Gruppen und zum Mittagessen. Für uns ist es nun Zeit sich von Team und Ort zu verabschieden.
Apropos Team. Es besteht seit Jahren aus einem fünfköpfigen Leitungsteam. Dazu noch ein festes Küchenteam aus vier Personen und dann die Gruppenbegleiter. Jede Gruppe hat eine oder einen Hauptbetreuer dazu zwei Helfer und dann noch zwei bis drei „Gruppenleiter in Ausbildung“, sog. JESler. Neu ist in diesem Jahr eine Gruppe von Jugendlichen, die für die Freizeit zu groß, als Helfer aber noch etwas zu klein sind. Diese JES-Bastelgruppe malt, sägt und hämmert die Kulissen die jeden Nachmittag für das Reiseziel gebraucht werden. Einige der Jugendlichen Helfer sind schon seit Jahren dabei. Sie haben mit 16 oder 17 hier angefangen, studieren jetzt irgendwo in Deutschland kommen aber dennoch jedes Jahr. Alle sind ehrenamtlich hier, einige nehmen dafür unbezahlten Sonderurlaub. Wir erleben ein wirklich engagiertes, herzliches Team und sind begeistert vom Engagement und der Freude an der Sache.



