An den Südhängen des Rammert bei Dettingen
Sommertour Tag 1, Montag 30.07.2012.
Bericht von Nele Schönau (Mitarbeitern MdL-Büro Tübingen)
„Wir baden hier in Lebensraumtypen“ fasst es der zuständige Sachbearbeiter des Regierungspräsidiums zusammen und man ist geneigt ihm zu glauben. Wir stehen am Fuße des Rammerts bei Dettingen auf einer mageren Flachland-Mähwiese wie es im Fachjargon heißt. An den zwischen Flachland und bewaldetem Berggipfel liegenden Kalk-Magerrasen hören wir von den Erhaltungsmaßnahmen des Regierungspräsidiums. Die Flächen sind zu steil für die landwirtschaftliche Nutzung, weshalb das Regierungspräsidium einmal im Jahr zum Mähen mit Spezialgerät anrückt.
Während über den Baumwipfeln die Rotmilane mit dem Wind spielen und durchs Ausnutzung der Thermik hoch in den Himmel aufsteigen, erfahren wir von den Besonderheiten des Rammerts, der zum Natura 2000-Gebiet gehört. Natura 2000 steht dabei für eine Europäische, grenzübergreifende Naturschutzkonzeption und fußt auf der FFH-Richtlinie (Flora, Fauna und Habitat) aus dem Jahr 1992.
Das FFH-Gebiet Rammert hat eine Fläche von 2.900 Hektar und liegt in den Landkreisen Tübingen und Zollernalb. Prägend ist der großflächige ununterbrochene Waldbestand. Er besteht zum größten Teil aus Buchen aber auch aus einigen Eichen. An diesem speziellen Standort haben wir einen Orchideen-Buchenwald übergehend in einen Buchen-Mischwald. Umrahmt von einem Kalk-Magerrasen an den Hängen sowie, weiter unten, Blumen- und Kräuterreichen Mäh- und Streuobstwiesen.
Wir erfahren, dass die seltene Mopsfledermaus hier heimisch ist. Sie ist eine der seltensten Fledermausarten und lebt typischerweise am Waldrand. Sie braucht lichten Wald und alten Baumbestand mit Baumspalten und Höhlen zum Überleben. Sie steht, wen wundert es, auf der roten Liste und ist vom Aussterben bedroht.
Eine besondere Erwähnung verdient in Dettingen der Ausgleich zwischen landwirtschaftlicher Nutzung und Naturschutz. Die Landwirtin Claudia Weimer nutzt die Wiesen als biozertifiziertes Weideland für ihre Pferde. Eigentlich ein klassischer Konflikt zwischen Naturschutz und Landwirtschaft. So war es ursprünglich auch in Dettingen. Doch nach einigen Diskussionen wurden sich Landwirtin und Behörden einig: Die Beweidung der Wiesen, übrigens mit vielen Streuobstbäumen, erfolgt so schonend, dass die Wiesen natürlich regenerieren können und für die Artenvielfalt wertvolle Dienste leisten. Im Gegenzug liefern die Wiesen ein qualitativ hervorragendes Heu mit zahlreichen Kräutern. Das ist beliebt bei Tier und Besitzer, auch weil das Weideflächen so heute normalerweise nicht mehr liefern.



Es wäre gut, wenn auch darüber informiert wird, dass der Wald als Forst bewirtschftet wird. Der Wald ist das primäre Nachhaltigkeitssystem auf dem Festland der Erde. Aus diesem System kann ” ewig ” entnommen werden ohne das es aufgebraucht wird. Der Wald nimmt CO2 auf und gibt Sauerstoff ab. Der Wald speichert Grundwasser, verdunstet Wassser zur Wolkenbildung, er schützt den Boden vor Verkarstung, bremst die Stürme und ist Lebensraum für die freilebende
…..Tierwelt.
Da sist selbstverständlich richtig. Informationen zum Wald findet man unter anderem auch auf der Seite des Ministeriums für den ländlichen Raum des Landes Baden-Württemberg: http://www.mlr.baden-wuerttemberg.de/Waldland_Baden_Wuerttemberg/505.html