Abgeordnetenspalte im Schwäbischen Tagblatt „Kompetente Betreuung nötig“ – 28.04.2017

Alle ca. 7 Wochen schreibe ich im Schwäbischen Tagblatt eine Abgeordnetenspalte zu einem für mich wichtigen Thema, dieses Mal gehe ich auf die neusten Informationen zur Erstaufnahmeeinrichtung in den Tübinger Mühlbachäckern ein:

Kompetente Betreuung nötig

Seit Sommer 2016wartet die leerstehende Erstaufnahmeeinrichtung in den Tübinger Mühlbachäckern auf Bewohnerinnen und Bewohner. Nachdem lange unklar war, wann die Erstaufnahmeeinrichtung in Betrieb genommen werden soll, hat Innenminister Thomas Strobl auf meine Nachfrage hin den 18. September als geplanten Eröffnungstermin der Einrichtung angekündigt.

Die im Dezember vom Innenministerium vorgestellte Standortkonzeption zur Flüchtlingsunterbringung sieht vor, dass in der relativ kleinen Erstaufnahmeeinrichtung Tübingen besonders gefährdete Personen untergebracht werden sollen. Unter diese Kategorie fallen vor allem allein reisende Frauen mit und ohne Kind, kann aber auch Traumatisierte, Angehörige von Minderheiten oder andere gefährdete Personen einschließen.

Wie ich diese Woche ebenfalls auf Nachfrage von Minister Strobl erfahren habe, erarbeitet im Moment das Innenministerium einen ergänzenden zweiten Teil für die Standortkonzeption, der die bisherigen Erfahrungen im Betrieb von Erstaufnahmeeinrichtungen zusammenfassen und verbindlich, auch für die Einrichtung in Tübingen, neu regeln soll. Was das konkret bedeutet, wird allerdings im Weiteren noch zu betrachten sein, wenn dass Innenministerium die Konzeption abschließend vorlegt.

Für einen erfolgreichen Betrieb einer Erstaufnahmeeinrichtung ist meiner persönlichen Erfahrung nach neben der kompetenten Betreuung durch hauptamtliche Stellen die frühe und intensive Einbindung der ehrenamtlichen Strukturen entscheidend. Auch die Anknüpfung an Hilfsstrukturen vor Ort ist notwendig, mit Blick auf die besondere Zielgruppe der Tübinger Einrichtung geht es dabei insbesondere um stabilisierende und psychotherapeutische Angebote.

Wir haben in Tübingen ein ungebrochen starkes Engagement von ehrenamtlichen Helfern und Organisationen im Bereich der Flüchtlingshilfe, die in den vergangenen Monaten und Jahren viele Erfahrungen im Rahmen ihrer Tätigkeit sammeln konnten. Diese können für die Organisation des Alltagsbetriebes in der Erstaufnahmeeinrichtung sehr wertvoll sein.

Zugleich stärkt das Land durch den Pakt für Integration mit den Kommunen (PIK) die Betreuung und Begleitung nach Abschluss des Asylverfahrens. Damit steht Kreisen, Städten und Gemeinden erstmals flächendeckend ein Programm für die Eingliederung von anerkannten Flüchtlingen zur Verfügung.

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