Abgeordnetenspalte im Schwäbischen Tagblatt – 05.08.2016

Hier meine heutige Abgeordnetenspalte zum Thema Exzellenstrategie:

>> Eine Chance für die Uni

Tübingen und seine Universität haben von der Exzellenzinitiative des Bundes außerordentlich profitiert: Die Attraktivität als Wohn-, Arbeits- und Wissenschaftsstandort hat durch die Exzellenzinitiative deutlich gewonnen. Deshalb ist für Stadt und Kreis von immenser Bedeutung, welche Fortführung die Wissenschaftspolitik im Bund und im Land planen – für unsere Region sind das bedeutende strukturpolitische Entscheidungen. Dazu haben die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Länder jetzt als Fortführung der Exzellenzinitiative die „Exzellenzstrategie“ vorgestellt.

Grundsätzlich sollen elf Universitäten über sieben Jahre mit mehr als 500 Mio. € gefördert werden. Darauf folgen eine Evaluation der geförderten Hochschulen und eine neue Vergaberunde, bei der vier neue Universitäten in die Förderung aufgenommen werden sollen. Entweder als zusätzliche Exzellenzuniversitäten oder anstelle bisher geförderter Universitäten, das soll Wettbewerb und Dynamik in der Wissenschaftslandschaft stärken.

Ohne Zweifel eine Herausforderung für alle Universitäten (und die Politik), auch mit Blick auf gesteigerten Anforderungen, die an die Vergabe gestellt werden. So müssen in der Förderrunde je Universität zwei beantragte Exzellenz-Cluster Anerkennung finden (also Forschungszusammenschlüsse von mindestens 25 herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern), zum Vergleich: an der Universität Tübingen findet sich bislang eines. Zusätzlich zu den Exzellenzclustern soll eine Förderung der Strategieentwicklung die gesamte Institution Universität voranbringen.

Die Bundesregierung stellt drei Viertel der Fördermittel zur Verfügung, aus dem Landeshaushalt sollen 25 % hinzukommen. Die Landesregierung hat zugesagt, für die notwendige Ergänzungsfinanzierung aller Universitäten aufzukommen – das werden wir als Abgeordnete im Landtag auf alle Fälle unterstützen, damit die Zukunft internationaler Spitzenforschung, hoffentlich auch in Tübingen, gesichert werden kann.

Ein wenig versteckt im Schatten der Exzellenzstrategie blieben andere wichtige Förderprogramme: So sollen in Baden-Württemberg bis zu 125 „tenure track-Professuren“ ermöglicht und Karrierewege junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verbessert werden. Und das Programm „Innovative Hochschule“ fördert den Technologietransfer, insbesondere bei den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften.<<

 

 Erschienen im Schwäbischen Tagblatt am 5.8.2016

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