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Wolfgang Schuster
30Sep

Regierung attackiert Bevölkerung und Peter Hauk glaubt die eigene Propaganda

Feldherr Mappus – Ministerpräsident in Abwicklung
Lange befürchtet, jetzt eingetroffen: Ministerpräsident Mappus läßt zur Rettung seines Projektes und seiner Regierung die Stuttgarter Bevölkerung seit heute vormittag aus dem Park prügeln. Diese besonders wirksame Strategie wurde von den Truppen der Landesregierung am lebenden Objekt geübt: Einer für heute angemeldeten und genehmigten SchülerInnendemonstration die mit Wasserwerfern aus dem Park geschwemmt werden sollte.

Staats-Gewalt in Stuttgart
Die Auflösung einer bedrohlichen Sitzblockade endete mit ca 400 Verletzten – verletzten DemonstrantInnen. Die Landesregierung besteht dennoch auf gewalttätigen DemonstrantInnen, aber in weiten Teilen der Bevölkerung wird die Staatsgewalt als aggressiv, brutal und maßlos empfunden. So äußerten sich in einer SWR-TV-Sendung am Abend bezeichnenderweise viele der AnruferInnen, gerade auch eher ältere Menschen, entsetzt und bestürzt über das polizeiliche Vorgehen. Zum Schutz der Bäume oder auch nur aus Trauer strömten auch in den späten Abendstunden weiter viele Menschen in den Park, da für die Zeit ab 0 Uhr mit dem Beginn der Baumfällarbeiten gerechnet wird.

Nebenhäuptling Hauk übt sich in Desinformation
CDU-Fraktionschef Peter Hauk hingegen glaubt der eigenen Propaganda so fest, daß er inzwischen Anschluß an die demophoben Regierungsmitglieder Stefan Mappus und Ulrich Goll (FDP, Justizminister) sucht: Mehrfach im Laufe des Tages wiederholte er die falsche Behauptung des baden-württembergischen Innenministeriums, die Polizei sei wegen Pflastersteinattacken durch SchülerInnen gegen diese vorgegangen. Dumm nur: Das Innenministerium mußte diese Behauptung inzwischen zurückziehen.
Abgesehen davon, daß nicht uninteressant wäre, zu erfahren, wie eine solch schwerwiegende Behauptung, die unter polizeilichen Einsatzkräften ja auch eskalierend wirken muß, einfach so fälschlicherweise entstehen und vom Innenministerium verbreitet werden kann, wird man auf eine Entschuldigung von Peter Hauk sicher lange warten müssen. Auch ihm wünschen wir einen echten Volksentscheid bei der Landtagswahl im März.

Schuster trifft den leisen Ton
Von einem anderen Stuttgart 21-Befürworter, der bislang zur Deeskalation aber auch gar nichts beigetragen hat, kamen auf einer Pro-Stuttgart 21-Veranstaltung hingegen ganz andere, nachdenkliche und sorgenvolle Worte wie die taz berichtet:

Der Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) hat indirekt eingeräumt, dass bei dem Polizeieinsatz gegen Demonstrierende im Schlossgarten der Stadt am Donnerstag auch Kinder verletzt wurden. “Es war ein trauriger Tag für Stuttgart. Die Vorkommnisse machen sehr betroffen. Ich bedauere sehr, dass Menschen verletzt wurden und vor allem dass Kinder und Jugendliche zu Schaden gekommen sind”

So hat Herr Schuster, der in der ganzen langen Geschichte des Projektes Stuttgart 21 wahrlich kein segensreiches Wirken vorzuweisen hat, wenigstens heute abend in die Rolle eines Oberbürgermeisters hineingefunden. Leider ist unwahrscheinlich, daß der Lerneffekt von Dauer ist.

20Sep

Wenn man mal unbedingt drüber reden muß

Wenn Totalverweigerer die Sprache wiederfinden
Oberbürgermeister Schuster und Bahnchef Grube haben in diesen Tagen ein klein wenig mehr gemeinsam als bisher:  Sie wollen reden. Mit den Projektgegnern.

Oberbürgermeister wird mutiger
Insbesondere im Falle Schuster eine doch überraschende Kehrtwende, hatte Schuster, der nun nichts Eiligeres zu erledigen hat, als auf der Demonstration der Gegner zu sprechen, die Proteste noch in der vergangenen Woche als Hetzveranstaltungen beschimpft – und war prompt wieder ausgeladen worden.

Oberbürgermeister als Reizfigur
Schuster hatte bislang eine direkte Ansprache der protestierenden Bevölkerung unter anderem damit abgelehnt, daß er vor lauter Pfiffen und Buhrufen wohl nicht zu Wort käme. Diese Befürchtung hegt gerade Schuster in völlig berechtiger Weise, hat er sich doch die Antipathien der Gegnerschaft in besonderem Maße zugezogen – nicht nur wegen seiner ablehnenden Haltung in puncto Dialog, sondern auch weil Schuster trickreich und trotz eines Versprechens während des OB-Wahlkampfes 2004 einen Bürgerentscheid verhinderte.

Wolfgang Schusters Sabotage an Stuttgart 21
Dieser Taschenspielertrick hat Schusters Glaubwürdigkeit bei der Stuttgarter Bevölkerung bis heute schwer beschädigt. Kurios ist die Verhinderung der Bürgerbefragung auch noch aus einem anderen Grund: Die Projektgegner wären mit aller Wahrscheinlichkeit gescheitert! Denn in der Mitte des Jahrzehntes wurde allgemein noch von einer mehrheitlichen Zustimmung der Stadtbevölkerung zum Großprojekt ausgegangen, erst später kippte die Stimmung.
Dazu stellt Baden-Württemberg auch im Vergleich mit anderen Bundesländern sehr hohe Ansprüche an seine direktdemokratischen Verfahren, so daß es vermutlich niemals gelungen wäre, die gesetzlich vorgeschriebenen, notwendigen formalen Kriterien zu erfüllen:

- 20.000 Unterschriften für die Zulassung,
- danach Zulassung durch den Gemeinderat,
- in der Abstimmung selbst eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen und
- mehr als 25% der Abstimmungsberechtigten.

Eine hohe und bewußt hoch gehaltene Hürde für Direkte Demokratie!

02Sep

OB Schuster weiht “Plaza de Stuttgart” in Santiago de Chile ein

Heute ein besonderer Leckerbissen für alle AnhängerInnen der traditionsreichen Deutsch-Chilenischen Freundschaft:

Nicht nur ein Alphatier wie Franz-Josef Strauß konnte Meilensteine im Deutsch-Chilenischen Verhältnis setzen, auch dem Oberbürgermeister der Stadt mit dem größten Infrastrukturprojekt Europas ist es vergönnt, dieser Erfolgsgeschichte ein wichtiges Kapitel hinzuzufügen. Das öffentlichkeitsscheue und stets bescheidene Stadtoberhaupt nutzte diese Demonstration weltumspannender Solidarität und Zusammenarbeit, um in der Fremde etwas zu entspannen. Im heimischen Stuttgart nehmen die begeisterten Aufmärsche hingegen kein Ende, schließlich wollen die dankbaren EinwohnerInnen Stuttgarts ihrem verehrten Oberbürgermeister, dessen Name auf Transparenten durch die Straßen der Stadt getragen wird, ihre Loyalität, ihre Unterstützung und ihre Liebe immer wieder übermitteln.

Und so erging es OB Schuster in Santiago de Chile:

Hier zum Video mit einer kurzen Erklärung zum Hintergrund oder aber gleich hier:

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