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Neue Energie statt Atomkraft

Wir Grünen lehnen die schwarz-gelben Laufzeitverlängerungen für die Atomkraftwerke ab. Denn: Atomkraft ist brandgefährlich. Sie ist teuer. Sie schadet dem Klima und blockiert die Energie der Zukunft. Baden-Württemberg leidet besonders unter dem Ausstieg aus dem Atomausstieg: Im Südwesten soll erst in über einem Vierteljahrhundert das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen – und damit später als in allen anderen Bundesländern. Wir Grüne machen uns stark für eine zukunftsfähige und klimafreundliche Energieversorgung für Baden-Württemberg.

Schmutziger Atomdeal

Die Einigung der schwarz-gelben Bundesregierung auf längere Atomkraftwerk-Laufzeiten ist ein schmutziger Deal auf Kosten der Sicherheit, des Ausbaus erneuerbarer Energien und des Klimaschutzes. Von den Beschlüssen profitierten ausschließlich die vier großen Atomkonzerne, denen die abgeschriebenen Atommeiler weiter als Gelddruckmaschine dienen würden. Ministerpräsident Mappus ist einer der Hauptverantwortlichen für die Entscheidung. Er hat in den letzten Monaten als aggressivster atompolitischer Scharfmacher der Republik und als verlängerter Arm der Atomkonzerne agiert.

Atomkraft ist gefährlich

Atomkraft ist eine unberechenbare Hochrisikotechnologie, die nie ganz beherrschbar ist. Die Tragödie von Tschernobyl, aber auch die Zwischenfälle der letzten Jahre in Forsmark, Brunsbüttel, Krümmel oder Tricastin zeigen: Das Risiko ist das einzige, was bei der Atomkraft sicher ist. Und je älter ein Reaktor ist, desto höher ist die Gefahr eines Störfalls. Deshalb ist vollkommen unverantwortlich, dass sogar ein Risikomeiler wie Neckarwestheim I noch weitere acht Jahre am Netz bleiben soll. Der Schrottreaktor ist über 30 Jahre, hat über 400 Störfälle auf dem Buckel und ist nicht ausreichend gegen den Absturz eines Kleinflugzeugs geschweige denn gegen einen Terroranschlag geschützt. Zudem belegen Studien, dass das Krebsrisiko für Kinder in der Nähe deutscher AKWs erhöht ist.

Atommüll ist Hypothek für die Zukunft

Die Frage nach der Endlagerung des Arommülls ist nach wie vor ungelöst. Atommüll strahlt über mehrere Millionen Jahre und ist so eine schwere Hypothek für künftige Generationen. Gleichzeitig gibt es weltweit kein Endlager, in dem der Atommüll halbwegs sicher gelagert werden kann. In einer solchen Situation auf längere Laufzeiten zu setzen, ist wie in ein Flugzeug zu steigen, ohne dass es eine Landebahn gibt. Denn jeder zusätzliche Tag Atomkraft bedeutet weiteren hochgefährlichen Atommüll.

Atomkraft schadet dem Klimaschutz und dem Wirtschaftsstandort

Atomkraft ist kein Klimaretter und keine Öko-Energie wie die Atomlobby behauptet. Bei einem AKW verpuffen über zwei Drittel der erzeugten Energie als Abwärme. Zudem ist Atomkraft keineswegs CO2-frei: Über die gesamte Produktionskette vom Urananbau bis hin zur Entsorgung entstehen erhebliche Mengen an Kohlendioxid. Moderne Gas-Blockheizkraftwerke sind daher klimafreundlicher als Atomkraftwerke.

Vor allem aber ist Atomkraft keine Brückentechnologie, sondern eine Blockadetechnologie: Die geplante schwarz-gelbe Laufzeitverlängerung würde den Ausbau der erneuerbaren Energien ausbremsen, da der Grundlaststrom der AKWs die Netze verstopfen würde. Durch die Laufzeitverlängerung würde es 2020 21 Prozent weniger Strom aus Wind, Sonne und Wasser geben als ohne. Das schadet nicht nur dem Klima, sondern auch dem Wirtschaftsstandort. Außerdem würde der Ausstieg aus dem Ausstieg die Marktmacht der Atomstromkonzerne zementieren, kleine Anbieter und Stadtwerke hätten das Nachsehen.

Atomkraft ist teuer und überflüssig

Absurd ist auch die Behauptung, Atomstrom sei billig. Die EnBW, die den höchsten Atomstrom-Anteil unter den vier großen Atomkonzernen ausweist, hat mit die höchsten Strompreise in Deutschland. Von längeren AKW-Laufzeiten würden nicht die VerbraucherInnen, sondern allein die Konzerne profitieren. Außerdem ist die Atomenergie schon immer auf Kosten der Steuerzahler hoch subventioniert worden – von der Forschung über den Anlagenbau bis zur Endlagerung.

Klar ist auch: Ohne Atomkraft werden bei uns die Lichter nicht ausgehen. Die Mär von der Stromlücke ist lediglich ein taktisches Manöver der großen Stromkonzerne. Deutschland produziert seit Jahren mehr Strom als wir verbrauchen und hat einen erheblichen Exportüberschuss.

Für eine zukunftsfähige und klimafreundliche Energieversorgung

Wir Grünen wollen die Energieversorgung endlich auf zukunftsfähige Beine zu stellen. Und eine echte Energiewende gibt es nur ohne Atom. Wir setzen dabei auf die Strategie der drei E: Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Energieeinsparung.

Wir wollen regenerative Energien aus Wind, Sonne, Wasser, Erdwärme und Biomasse konsequent ausbauen. Dafür müssen zum Beispiel die vielen Restriktionen im Landesplanungsgesetz weg, die den Ausbau der Windkraft behindern. Außerdem muss die umweltschonende Kraft-Wärme-Kopplung zu einer tragenden Säule der Energiepolitik ausgebaut werden. Denn es ist besonders effizient, wenn Strom und Wärme gleichzeitig erzeugt werden.

Eine Energiewende ist nicht nur notwendig, um das Klima zu schützen. Sie ist auch ein unverzichtbarer Baustein für die Modernisierung unserer Wirtschaft und für die Schaffung tausender neuer, zukunftsfähiger Arbeitsplätze.


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